Der Hof: Landwirtschaftsbetrieb Scherer

Auf kleiner Fläche in Ma-Rheinau führen wir, Familie Scherer, den Landwirtschaftsbetrieb seit 1995, zunächst mit den Betriebszweigen Pferdepensionshaltung und Obstbau. Von Anfang an fühlten wir uns einer ökologischen Wirtschaftsweise verpflichtet und waren sieben Jahre lang ökozertifiziert. Als Gründungsmitglieder der Solawi Mannheim Ludwigshafen e.V. waren wir bis 2022 deren Kooperationspartner mit Obstbau und zuletzt auch Bienenhaltung. Für die Solawi Ma-Süd erweitern wir die Produktion um Gemüsebau und Hühnerhaltung.

Produktions- und Wirtschaftsprinzipien

Unser Pflanzenbau

In unserem Betrieb wirtschaften wir nach biologisch-organischen Prinzipien, ohne öko-zertifiziert zu sein. Die jederzeit transparente Bewirtschaftung vor den Augen der Gemeinschaft macht eine Zertifizierung überflüssig. Zu den Merkmalen unseres ökologischen Pflanzenbaus zählt selbstverständlich der vollständige Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- oder Pflanzenschutzmittel.

Unsere Tierhaltung

ist am Tierwohl orientiert. Im Pferdepensionsbetrieb bieten wir Offenstallhaltung an, die den Pferden jederzeit Auslauf ermöglicht. Die Hühnerhaltung ist Freilandhaltung, die Stallflächen übertreffen Bioland-Richtlinien.

Unsere Böden

begreifen wir als lebende Systeme und fördern sie entsprechend. Wir verzichten auf tiefgründige Bearbeitung, durch Mulchen mit Mist und Pflanzenrückständen und langzeitige Pflanzenbedeckung erhöhen wir der Humusanteil und fördern das Bodenleben. Dies begünstigt unsere Böden auch durch CO2-Bindung der Klimaerhitzung entgegenzuwirken.

Kreisläufe

Als Element von Nachhaltigkeit streben wir innerbetriebliche Kreisläufe an und können diese weitgehend verwirklichen. So findet der Pferdemist Verwendung im Pflanzenbau, Schnittgut wird gehäckselt und gemulcht, nicht marktfähiges Obst dient als Hühnerfutter, Pflanzenrückstände werden kompostiert. Seltene Ausnahmen einer kompletten Kreislaufwirtschaft bestehen z.B. im Zukauf von Heu und der Entnahme der Ernte.

Naturnahe Anlage

Im Gegensatz zu agrarindustriellen Monokulturen ist unsere Anlage kleinstrukturiert und vielfältig. Auch die vertikale Gliederung in Kraut-, Strauch- und Baumschicht mit niederkronigem Obst und Hochstämmen ist der Natur nachempfunden. Sie bietet zahlreiche Lebensräume, auch für viele Nützlinge, und ist damit ein Beitrag zur Ökodiversifizierung, dem Erhalt einer natürlichen Artenvielzahl.

Synergien

Wir nutzen gezielt positive Wechselwirkungen unserer verschiedenen Betriebszweige. Die Pferdehaltung liefert Mist für den Pflanzenbau. Bienenhaltung und Obstbau begünstigen sich wechselseitig durch die Bestäubungsleistung der Honigbienen und das Nektar- und Pollenangebot des Obstes. Unsere Laufenten dezimieren den Schneckendruck und reduzieren mit unseren Hühnern am Obst parasitierende Schädlinge wie Apfelwickler oder Kirschessigfliege (gemäß dem Motto: „Aus Maden Eier machen“).